Behandlung
Die Anwendung von Eis bei Verletzungen
Eine triviale Bemerkung zeigt uns, daß über die Applikation von Kälte bzw. Eis kein Konsens besteht. Auf die Frage : „Wie lange muß eine Eisapplikation in der akuten Phase einer Verletzung dauern ?“, fallen die Antworten aus der Praxis immer sehr ungenau aus und nennen gewöhnlich einen Zeitraum zwischen 10 und 45 Minuten. Gängige Antworten lauten: „Zwischen 10 und 30 Minuten“ oder „Ungefähr 15 Minuten“. Auch die Literatur erlaubt keine eindeutigen Aussagen über die Anwendungsdauer von Eisapplikationen.
Warum es schwierig ist, in der Literatur beschriebenen physiologischen Wirkungen der Eistherapie zu interpretieren und diese der Wirkung der Kälte zuzuschreiben, hat mehrere Ursachen. Die Hauptursachen seien im folgenden genannt:
Bei vielen Untersuchungen, die den Auswirkungen einer Eistherapie eine positive physiologische Wirkung bestätigen, sind immer zugleich mehrere Maßnahmen zur Anwendung gekommen (P.E.C.H. Regel [Pause, Eis, Compression, Hochlage] oder I.C.E. Regel [Immobilisation, Compression, Elevation]). Dadurch ist es nicht möglich, die ermittelten Ergebnisse ausschließlich auf die Eisapplikation zurückzuführen.
In den Untersuchungen kommen verschiedene Formen der Eisapplikation, die sich enorm voneinander unterscheiden, zur Anwendung. Das Anwendungsspektrum umfaßt Behandlungen durch Eiswasser, Eispacks, Eismassage, Instand Eispacks, Eissprays, Kaltluft, Kälteumschläge etc.. Die Kältereize dieser verschiedenen Anwendungsformen wirken sehr unterschiedlich und weisen im Ausmaß der durch sie hervorgerufenen Kühlung der verletzten Körperpartie Unterschiede von mehr als 25° C auf. Diese Unterschiede sind auch teilweise für die kontroversen Auffassungen in der Literatur verantwortlich.
Viele Untersuchungen von klinischer Relevanz begründen die Eistherapie in der akuten Phase einer Verletzung nur mit den Erfahrungswerten von Patienten. Dabei geht es vorrangig um „symptomatische“ Effekte, wobei der Schmerz der wichtigste ist. Das Schmerz für den Patienten sehr bedeutend ist, ist jedem bekannt. Das aber das Ausschalten für eine optimale Behandlung, für erwünschte physiologische Abläufe sowie für eine optimale Wundheilung kontraproduktiv sein kann, wird scheinbar als unwichtig erachtet, zumindest nicht in jedem Fall berücksichtigt.
Die Untersuchungen, die in den letzten Jahren über die Anwendung von Eis unter verschiedenen Fragestellungen durchgeführt worden sind, geben kein geschlossenes Meinungsbild über die verschiedenen physiologischen Effekte dieser Behandlungsform ab. Die bereits genannten Ursachen begründen die bestehenden Diskrepanzen teilweise. Hinzu kommt, daß die vorhandene Literatur im Zusammenhang mit den Kenntnissen über die Physiologie der Wundheilung und Regeneration der Applikation von Eis in der akuten Verletzungsphase keine positiven Wirkungen bescheinigt. Viele Prozesse, die nach einer Verletzung ablaufen, werden durch Kälte negativ beeinflußt. Eine Ausnahme bildet lediglich die Schmerzhemmung für den Patienten. Anhand der Kenntnisse über die physiologische Wirkung von Eis und die Physiologie der Wundheilung möchte ich nachfolgende „Statements“ formulieren, diese begründen und zu einer weiteren Diskussion anregen:
In der akuten Phase einer Verletzung, den ersten 24 bis 48 Stunden, verlaufen die durch Eisanwendung provozierten physiologischen Wirkungen konträr zur normalen Physiologie der Wundheilung (vasculäre und zelluläre Phasen der Entzündung) und stellen somit eine Kontraindikation dar. Davon auszunehmen sind je nach Verletzungsgrad die ersten 15 bis 20 Minuten.
Im weiteren Verlauf der Wundheilung, nach 48 bis 72 Stunden, bedeuten längere Eisapplikationen (länger als 45 Sekunden) auf jeden Fall eine Kontraindikation für die Behandlung. Diese „Statements“ werden aus der Sicht normaler physiologischer Wundheilungsprozesse gemacht. Nicht berücksichtigt werden symptomatische Wirkungen wie Schmerzhemmung und Wohlbefinden.
Medical Taping Concept
Das Medical Taping Concept ist eine Weiterentwicklung verschiedener Methoden. U. a. dem Kinesio Tape und Cross Tape. Es kommen verschiedene Materialien zum Einsatz, hauptsächlich jedoch die elastischen farbigen Tapes, die aus dem Leistungssport bekannt sind. Im Gegensatz zu den starren Tapes hemmen sie nicht die Beweglichkeit. Im Gegenteil; Ziel ist es, das Bewegungsausmaß zu vergrößern.
Folgende Faktoren helfen dabei:
MTC verbessert die Muskelfunktion
die Muskulatur wird über die Anlageart entspannt bzw. aktiviert
das Tape übt bei jeder Bewegung einen massierenden Effekt auf den Muskel aus
MTC verbessert den Lymphfluss
durch die Anlage entlang der Lymphstämme wird die Haut geliftet und das
Lymphsystem wird angeregt
MTC verbessert die Schmerzverarbeitung
durch das Tape werden die Drucksensoren der Haut angeregt. Diese Impulse
werden über andere Nervenfasern geleitet als die Schmerzinformationen. Dadurch
erhält man einen dämpfenden Effekt.
MTC verbessert Gelenkfunktionen
oben genannte Punkte führen dazu, dass die Tiefensensibilität verbessert wird und
ein besseres Bewegungsgefühl entsteht.
MTC wirkt auf innere Organe
über den Reflexweg Haut/ Organ kann man auf dieses Einfluss nehmen.
Das Material ist wasserfest, über mehrere Tage tragbar und schränkt den Patienten in keiner Weise ein. Der Alltag kann wie immer bewältigt werden und es muss keinerlei Rücksicht auf die Bandagierung genommen werden.
Myofasciale Therapie
Fascie = Hülle
Das größte Einzelorgan des menschlichen Körpers, die Muskulatur, kann Ursache quälender, unspezifischer Schmerzen und anderer Fehlfunktionen sein.
Jeder der ca. 400 Muskeln kann myofasciale Triggerpunkte entwickeln, die diese Symptome meist in entfernte Regionen übertragen.
Das kontraktile Muskelgewebe ist verschiedenen Stressarten ausgesetzt, die Triggerpunkte hervorrufen können:
mechanischer Stress durch Überlastung oder Fehlbelastung
chemischer Stress durch falsche Ernährung, Medikamente, Infekte,…
psychischer Stress
thermischer Stress z.B. keine VitD-Verstoffwechselung wg. mangelndem Licht
Entstehung von Triggerpunkten:
Ein Muskel besteht aus mehreren Muskelfasern, die wiederum aus kleinsten kontraktilen Elementen bestehen.
Bei einer stressbedingten Verletzung in der Zelle fehlt die Möglichkeit, die lokale Kontraktion zu lösen (spürbar als kleine Knoten). Eine entstehende Energiekrise wird an das Nervensystem gesendet und Schmerz entsteht.
In der Myofascialen Therapie wird das Muskelgewebe nach Triggerpunkten abgesucht und über manuelle Techniken (Druck und Schub) wird das Gewebe saniert.
Nach erfolgreicher Behandlung des Gewebes ist die Wiederherstellung der Kraft und der Beweglichkeit unbedingt nötig, um erneutes Auftreten von Triggerpunkten zu verhindern.





